Rio+20: Resumée und Perspektiven

Der Clip zeigt Bilder und Statements von der Abschlussdemonstration der Cúpula (Gipfel der Völker) und Analysen von Margarita Aguinaga und Pablo Solon über die Perspektiven der Bewegung:

Video: WSF-TV – Andrea Plöger/Sabine Weber

http://www.wsftv.net

Alle 15 Videoclips von Andrea Plöger und Sabine Weber über Rio+20 sind auf unserer Youtube-Playlist zu finden.

Aus, vorbei!?

Aus, vorbei! Ob noch mehr vorbei ist als die von vorneherein zum Scheitern verurteilte Konferenz „Rio plus 20“ der Vereinten Nationen, die an den legendären Gipfel für Umwelt und Entwicklung erinnerte, der 1992 in Rio de Janeiro stattfand, wird sich im Nachhinein zeigen müssen. Die Reaktionen der Umwelt- und Entwicklungs-NGOs sind auf jeden Fall eindeutig: „Mageres Ergebnis“ ist dabei noch freundlich, vielleicht auch euphemistisch ausgedrückt, denn nicht wenige sind der Meinung, dass die Konferenz, zu der letztendlich 114 Staats- und Regierungschefs anreisten, im negativen Bereich bilanziert werden muss. Also noch nicht mal Stillstand – wohl eher Rückschritt.

Wenn aber nun klar ist, was ist Rio nicht passiert ist – es gab dort keinen Aufbruch in die schöne neue Welt der Green Economy – so wollen wir zum Abschluss dieses Blogs noch kurz und thesenhaft darauf eingehen, was denn nun in Rio passiert ist, und was das für Folgen haben wird. Die Diskussion wird in vielen Foren geführt werden (z.B. hier und hier), deshalb soll hier nur kurz auf zwei verschiedene Aspekte eingegangen werden:

1. Auf die Rolle Brasiliens, und

2. Auf einen unterstellten Paradigmen- oder Haltungswechsel, jedenfalls auf eine neue Gangart einzelner Regierungen und der UN im Verhältnis zur sog. „Zivilgesellschaft“. Weiterlesen

Die Wirklichkeit der “nachhaltigen Entwicklung” in Brasilien

Wie es in Wirklichkeit mit der von der brasilianischen Staatspräsidentin Dilma Rousseff unermüdlich propagierten Vorreiterrolle bei der nachhaltigen Entwicklung aussieht, kann man beurteilen, wenn man Rio de Janeiro, die „cidade maravilhosa“ verlässt und sich nach Santa Cruz, knapp eine Autostunde von Rio gelegen, begibt. Das am 18. Juni 2010 eingeweihte Stahlwerk von ThyssenKrupp CSA, ist laut Webseite des Unternehmens „…die größte industrielle Investition der letzten zehn Jahre in Brasilien und zugleich das erste große Stahlwerk, das in diesem Land seit Mitte der achtziger Jahre gebaut wird“ (http://www.thyssenkrupp.com/de/presse/themen_csa.html). Weiterlesen

Rio+20 ist tot – aber die Green Economy eben doch nicht…

Vor ein paar Tagen hatte ich die Green Economy als Totgeburt bezeichnet. Seit gestern habe ich den Eindruck, dass das ein Fehler war. Zwar stimmt es, dass der offizielle Gipfel ein totaler Flop ist, wie die vielen vernichtenden Pressemitteilungen von NGOs, die schon zitierte Rede von Wael Hmaidan, ebenso wie die Verlautbarungen von ParlamentarierInnen noch einmal beweisen (hier ein Beispiel von der Genossin Heike Hänsel, dich mit uns in Rio unterwegs ist). Deswegen jetzt aber schon Nachrufe auf die Green Economy als kapitalistisches Entwicklungsprojekt zu schreiben würde aber ignorieren, was von links schon geraumer Zeit argumentiert wird (z.B. hier), nämlich dass irgendeine Spielart des ‘grünen Kapitalismus’ die wahrscheinlich beste Möglichkeit ist, den Kapitalismus aus seiner selbstverschuldeten Krise zumindest zeitweise zu befreien. Es würde außerdem auf die selbstglorifizierenden Erzählungen der UN hereinfallen: ‘da oben’ passiert nun wirklich nicht sehr viel, vor allem nicht in Zeiten von ‘Multipolarität’. Aber eine Green Economy muss ja nicht auf der globalen Ebene dekretiert werden, sie kann auch als ‘molekularer’ Prozess der beinahe alltäglichen Transformation von Produktions- und Konsummustern geschehen (z.B. wenn Unternehmen ‘ökologisches Accounting’ einführen), oder als nationale/regionale Entwicklungsstrategie. Weiterlesen